Zum Inhalt

Eine Frau auf dem Atlantik

Der Newsletter Februar/März 2020

News!

Ich beschäftigte mich diesen Monat mit meinem dritten Roman – bevor der zweite Roman überhaupt fertig ist. Aber Roman Zwo lesen ja gerade die Testleser. Ursprünglich wollte ich sogar mit dem Schreiben beginnen, doch die Romanidee ist umfassender, als ich gedacht hatte. Daher fing ich an zu plotten (Autorendeutsch für einen detaillierten Entwurf der Geschichte). Das war der richtige Ansatz! In den letzten Tagen entwarf ich ein Panorama, in dem die Geschichte spielen wird. Ich bin selbst sehr gespannt und etwas aufgeregt. Eins kann ich jetzt schon sagen: Roman drei wird mehr Seiten haben als die circa 200 von Roman Zwei. Letzterer übrigens wird bald vorbestellbar sein!  

Buchtipp!

Neulich erwähnte ich in meinem Video-Kanal ein Sachbuch. Und zwar dieses: 

„Die Reise der Frau Lotter aus Herrenberg nach America in den Jahren 1786 bis 1787“

Die Geschichte in dem Buch ist genauso passiert und unbedingt zwei Worte wert. Eberhardine Christiane Lotter bricht 1786 alleine heimlich nach Amerika auf, um nachzuschauen, was ihr Mann dort treibt. Zurück bleiben die Kinder. Im Jahr 1786 ist dieses Unternehmen schon für einen Mann wagemutig, erst recht für eine Frau. Ihre Fahrt ist denn auch verdammt abenteuerlich – aber ich will nichts weiter verraten. Diese Details sind das Salz in der Suppe.

Interessanterweise unternimmt Eberhardine Lotter diese todesmutige Fahrt aus Angst. Was soll aus der Familie werden, was aus den Kindern, warum schickt der Mann kein Geld, was macht er in Amerika? Diese Fragen treiben Frau Lotter bis in die gerade gegründete USA und, nach vier Monaten Aufenthalt, auch wieder zurück. Sie sorgt sich zu sehr um die Kinder. So trennen sich Frau und Herr Lotter, ohne sich jemals wieder zu sehen. Er bleibt in Georgia, sie in Herrenberg. Sie werden nie geschieden. Er unterstützt die Familie nicht, ob unfreiwillig oder absichtlich ist unklar, und stirbt etwa 20 Jahre später. Eberhardine Lotter bleibt Zeit ihres langen Lebens (sie stirbt 1834) knapp bei Kasse. Eine traurige, abenteuerliche und faszinierende Einsicht in eine Ehe dies- und jenseits des Atlantiks von vor über 200 Jahren. 

Das Buch selbst ist liebenswert editiert. Es gibt viele Anmerkungen zu Details, etwa damaligen Ausdrücken und Verhaltensweisen. Außerdem wird die Auswanderung aus Deutschland beschrieben. Das alles lohnt sich sehr, der Reisebericht selbst gehört unbedingt verfilmt. 

Bis gleich! 

Tim Sarianidis

Published inBlogbeiträge

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.